Diese Trigger lösen Akne und Unreinheiten aus

Nicht nur Teenies und Jugendliche haben mit unreiner Haut und Pickeln zu kämpfen. Auch bei Erwachsenen jenseits der Pubertät können Hautunreinheiten und Akne auftreten. Oftmals lässt sich das unreine Hautbild dabei auf ganz alltägliche Dinge zurückführen, die auf den ersten Blick in keinem direkten Zusammenhang mit der Haut zu stehen scheinen. Wir verraten dir die häufigsten Ursachen für unreine Haut und zeigen dir, wie du mit minimalen Änderungen dein Hautbild wieder in Balance bringen kannst.

Chronische Unreinheiten - ein Zeichen für körperliche Dysbalance

Wenn Pickel chronisch sind, liegt das in den seltensten Fällen an Pflegeprodukten. Alles was deinen Körper umgibt und auf ihn einwirkt, zum Beispiel Ernährung, Schlaf, Bewegung und das soziale Miteinander, beeinflusst ihn auch. Mal positiv, mal negativ. Die chronischen Unreinheiten sind dabei in der Regel ein sichtbares Zeichen für einen negativen Einfluss gewisser Faktoren auf deinen Körper, manchmal auch auf die Psyche. Um langfristig mehr Balance zu schaffen und dafür zu sorgen, dass du weniger Unreinheiten bekommst, musst du dir die folgende Frage stellen: Was triggert meine Unreinheiten?

Wenn du dir die Antworten zu dieser Frage Stück für Stück erarbeitest, wirst du nicht nur zu einem ruhigeren Hautbild kommen, sondern auch deinen Körper besser verstehen und die Chance bekommen ganzheitlich mehr Balance zu schaffen, für Körper, Geist und Haut. Um dir bei der Suche zu helfen, findest du unten eine Übersicht von möglichen Triggern, die dir zur Orientierung dienen können. Betrachte die unten aufgeführten Ursachen für unreine Haut als Orientierungspunkte, die dir Impulse liefern, um besser zu erkennen, woher deine Unreinheiten kommen könnten.

Unreine Haut - diese Faktoren können eine Rolle spielen

Nicht selten ist es die Kombination von verschiedenen Faktoren, die dein Hautbild beeinflussen können. Beispielsweise können Faktoren, wie Ernährung, Stress, Schlaf und Hormone, eng miteinander in Verbindung stehen, einander beeinflussen und dementsprechend auch unterschiedliche Auswirkungen auf deine Haut haben.

Beispiel Stress: Ab und zu Stress zu haben scheint aus Sicht der Expert:innen in Ordnung, getreu dem Motto: What doesn’t kill you, makes you stronger! (1) Chronischer Stress jedoch kann beispielsweise die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen. Ein Buch, das diese Thematik aufgreift und anschaulich erläutert ist beispielsweise „Hormesis – Das Prinzip der Widerstandskraft“ von Richard Friebe. Diesen Denkansatz kannst du auch noch auf Bereiche wie die Ernährung, Bewegung und den Schlaf ausweiten. Ab und an ein Stück Kuchen? – Lecker, genieß es! Mal ein paar Tage ohne ausreichend Bewegung? – Das ist okay! Mal schlecht geschlafen? – Nicht schlimm. Im Sprichwort "Die Dosis macht das Gift." scheint viel Wahrheit zu liegen.

Mögliche Ursachen für unreine Haut und Akne

Ungleichgewicht in der Ernährung

Das Thema Ernährung gehört zu den stärksten Einflussfaktoren und lässt sich im Bezug auf Unreinheiten in zwei Kategorien einteilen. Lebensmittel, die die Talgdrüsenaktivität anregen und Entzündungen begünstigen können vs. Lebensmittel, die die Talgproduktion in Balance halten und Entzündungen lindern.

Zu den Entzündungsförderern (pro-inflammatorisch) gehören beispielsweise Lebensmittel, die einen hohen Anteil an Zucker (2) und / oder Salz (3, 4) sowie entzündungsfördernde Fettsäuren (Omega-6) enthalten. Sie wirken sich negativ auf den Hormonspiegel aus, der u.a. die Aktivität der Talgdrüsen stimuliert und die Entstehung von Unreinheiten begünstigt. (5) Zu den entzündungsfördernden Lebensmitteln zählen u.a. pflanzliche Margarine, Pflanzenöle (Sojaöl, Erdnussöl und Sonnenblumenöl), Frittiertes, Fertiggerichte und fettreiche Milchprodukte sowie viele Brotaufstriche, die oft reich an Transfetten, Salz und Zucker sind.

Zu den entzündungshemmenden (anti-inflammatorisch) Lebensmitteln gehören solche, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Sie können die Talgproduktion reduzieren und entzündliche Prozesse lindern. (6) Dazu gehören beispielsweise dunkelgrünes Blattgemüse und diverse Kohlsorten, Blaubeeren, Walnüsse, dunkle Schokolade sowie fettreiche Fischsorten wie Wildlachs, Hering und Makrele. Auch einige Kräuter und Gewürze, wie Ingwer, Zimt, Kurkuma und Knoblauch wirken anti-entzündlich. (mehr erfahren: Ernährungstipps bei Akne und Unreinheiten

Stress

Stress kann einen starken Einfluss auf unser Hautbild haben, da er sich auf zahlreiche Prozesse im Körper auswirken kann. Besonders chronischer Stress kann zum Beispiel die Darmflora und sogar das Gleichgewicht unserer Sexualhormone beeinflussen (mehr dazu in den Podcasts im Abschnitt 'Hormonelle Dysbalance'.) Stress kann zu Schlafstörungen führen und damit wichtige Regenerationsprozesse in der Haut stören. Stress kann zudem auch dazu führen, dass wir unregelmäßig, schnell und nährstoffarm essen, also ein Ungleichgewicht in der Ernährung schaffen, das sich auch auf unser Hautbild auswirken kann. Die Folgen können Unreinheiten und Akne sein, sowie Entzündungen, die länger benötigen um abzuheilen. 

Das TRUE Trio gegen unreine Haut

Bewegungsmangel

Wir haben hier leider noch keine klaren Beweise, aber bei TRUE geht es neben Zusammenhängen, die wissenschaftlich bewiesen wurden auch um das ewige miteinander Lernen. Darum laden wir dich ein, bewusster Zusammenhänge zwischen regelmäßiger Bewegung und deinen Unreinheiten zu beobachten. Eine spannende Frage in diesem Zusammenhang: Neigen die Menschen in der Regel im Sommer zu weniger Unreinheiten? Und falls ja, könnte das daran liegen, dass sie sich mehr bewegen? Es gibt leider (noch) keine Studie dazu. Vielleicht starten wir einfach unsere eigene. (erfahre mehr: So verbessert Bewegung dein Hautbild)

Schlechter und/oder zu wenig Schlaf

Im Schlaf regenerieren sich Körper, Geist und Haut. Während wir schlafen vollbringt unser Organismus Höchstleistungen: Im nächtlichen Regenerationsmodus läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren, die Haut wird stärker durchblutet, die Zellteilung durch die Ausschüttung von Hormonen angekurbelt, was u.a. auch dafür sorgt, dass sich unsere Haut regenerieren kann. Zudem werden Schäden, die u.a. durch UV-Strahlen, Alkohol oder Zigaretten entstandenen sind repariert. Um diese hauteigenen Reparaturprozesse optimal zu unterstützen, ist ein qualitativ guter sowie ausreichend Schlaf erforderlich. Bekommt dein Körper zu wenig Schlaf, entstehen nicht nur Unreinheiten und neue Pickel, sondern sie heilen auch schlechter ab. (7, 8)

Hormonelles Ungleichgewicht

Oftmals sind Hautunreinheiten und Akne auch hormonell bedingt. Angefangen mit der herkömmlichen Akne (Akne vulgaris) bei Jugendlichen bis hin zu verschiedenen Formen der Spätakne im Erwachsenenalter (Akne tarda). Auslöser für unreine Haut und Akne Symptome können dabei folgende, hormonell bedingte Ursachen haben:

  • die hormonellen Umstellungen während der Pubertät
  • die hormonellen Veränderungen während des Menstruationszyklus (erfahre mehr: So wirst du Hormonelle Akne los)
  • Schwangerschaftshormone
  • das Absetzen von hormonellen Verhütungsmitteln (u.a. Anti-Baby-Pille)
  • das schwankende Ungleichgewicht zwischen weiblichen und männlichen Hormonen in den Wechseljahren

Tipp: Du möchtest mehr über den Einfluß von Hormonen und unserem Wohlbefinden wissen? – Der Neurowissenschaftler Dr. Huberman von der Stanford Med School verschafft in seinen Podcast-Folgen zum Thema Sexualhormone einen guten Überblick darüber, wie wichtig sie sind und wie leicht Testosteron und Östrogen beispielsweise durch Stress oder durch Atemaussetzer im Schlaf (Stichwort 'schlechter Schlaf') aus dem Gleichgewicht geraten können. Das Gute - es gibt einfache Lösungen dazu, auf die wir auch in Zukunft eingehen werden.

Teil 1: Biological Influences on Sex, Sex Differences and Preferences
Teil 2: The Science of How to Optimize Testosterone & Estrogen

Viel Spaß beim Anhören. Bitte betrachte die Info auch immer kritisch und bespreche weiteres mit Expert:innen auf dem Gebiet.

Nahrungsunverträglichkeiten

Auch Unverträglichkeiten können Unreinheiten bzw. Reaktionen, die wir als Unreinheiten lesen, auslösen. Ein Beispiel ist die Histaminintoleranz. Wenn du zum Beispiel in Schüben eine rote Nase oder rote Wangen mit kleineren Pickelchen bekommst, kannst du dich mal auf eine Hystaminunverträglichkeit testen lassen. Histamin ist ein Gewebshormon, das in nahezu allen Körperregionen vorkommt und unter anderem für die Erweiterung der kleineren Blutgefäße zuständig ist. Auch in einigen Lebensmittel ist Histamin enthalten,wie zum Beispiel in Erdbeeren, Tomaten und Zitrusfrüchten, Rotwein, Geräuchertem und Frittiertem, Rotwein, Käse und Salami. Nimmst du zu viele Nahrungsmittel mit hohem Histamingehalt zu dir, kann dein Körper den Histaminüberschuss nicht abbauen und reagiert darauf mit einer allergischen Reaktion, wie Hautirritationen und Rötungen. (9) Unverträglichkeiten erkennst du am besten mithilfe eines Essenstagebuchs, in dem du täglich deine Ernährungsgewohnheiten dokumentierst. Oft reichen schon 2 - 3 Wochen, um Trigger für Hautunreinheiten zu erkennen.

Vitamin B6 und B12

Studien zufolge soll es einen Zusammenhang zwischen höheren Dosen an Vitamin B6 und/oder B12 und Akne, sowie Rosazea geben. Solltest du diese Vitamine zusätzlich einnehmen, kannst du dich mit deiner/m Hausarzt/in beraten, ob nicht eine Überdosierung vorliegen könnte. (10, 11)

PCOS

Das Polyzystische Ovariensyndrom kann auch ein Grund für chronische Unreinheiten sein, da es in der Regel für einen Androgen-Überschuss im Körper sorgt, der die Talgdrüsenaktivität begünstigt. Hier sind die Pickel in der Regel 'oberflächlicher'. Sie treten selten über einen längeren Zeitraum in größeren Gruppen auf, wie beispielsweise bei chronischen Entzündungen, die von innen getriggert werden. (12)

 

 

 


(1) Yaribeygi H, Panahi Y, Sahraei H, Johnston TP, Sahebkar A. The impact of stress on body function: A review. EXCLI J. 2017;16:1057-1072. Published 2017 Jul 21. doi:10.17179/excli2017-480

(2) Hert KA, Fisk PS 2nd, Rhee YS, Brunt AR. Decreased consumption of sugar-sweetened beverages improved selected biomarkers of chronic disease risk among US adults: 1999 to 2010. Nutr Res. 2014 Jan;34(1):58-65. doi: 10.1016/j.nutres.2013.10.005. Epub 2013 Oct 16. PMID: 24418247.

(3) Zhu H, Pollock NK, Kotak I, et al. Dietary sodium, adiposity, and inflammation in healthy adolescents. Pediatrics. 2014;133(3):e635-e642. doi:10.1542/peds.2013-1794

(4) Yilmaz R, Akoglu H, Altun B, Yildirim T, Arici M, Erdem Y. Dietary salt intake is related to inflammation and albuminuria in primary hypertensive patients. Eur J Clin Nutr. 2012 Nov;66(11):1214-8. doi: 10.1038/ejcn.2012.110. Epub 2012 Aug 22. PMID: 22909578.

(5) Balić A, Vlašić D, Žužul K, Marinović B, Bukvić Mokos Z. Omega-3 Versus Omega-6 Polyunsaturated Fatty Acids in the Prevention and Treatment of Inflammatory Skin Diseases. Int J Mol Sci. 2020 Jan 23;21(3):741. doi: 10.3390/ijms21030741. PMID: 31979308; PMCID: PMC7037798.

(6) Thomsen BJ, Chow EY, Sapijaszko MJ. The Potential Uses of Omega-3 Fatty Acids in Dermatology: A Review. J Cutan Med Surg. 2020 Sep/Oct;24(5):481-494. doi: 10.1177/1203475420929925. Epub 2020 May 28. PMID: 32463305.

(7) Asher Y Rosinger, Anne-Marie Chang, Orfeu M Buxton, Junjuan Li, Shouling Wu, Xiang Gao, Short sleep duration is associated with inadequate hydration: cross-cultural evidence from US and Chinese adults, Sleep, Volume 42, Issue 2, February 2019, zsy210, https://doi.org/10.1093/sleep/zsy210

(8) Schrom KP, Ahsanuddin S, Baechtold M, Tripathi R, Ramser A, Baron E. Acne Severity and Sleep Quality in Adults. Clocks Sleep. 2019;1(4):510-516. Published 2019 Dec 6. doi:10.3390/clockssleep1040039

(9) Maintz L, Novak N. Histamine and histamine intolerance. Am J Clin Nutr. 2007 May;85(5):1185-96. doi: 10.1093/ajcn/85.5.1185. PMID: 17490952.

(10) Dezhi Kang, Baochen Shi, Marie C. Erfe, Noah Craft, and Huiying Li, Vitamin B12 modulates the transcriptome of the skin microbiota in acne pathogenesis, Sci Transl Med. 2015 Jun 24, doi: 10.1126/scitranslmed.aab2009

(11) E F Sherertz, Acneiform eruption due to "megadose" vitamins B6 and B12, Cutis 1991 Aug, PMID: 1834437

(12) Mehta-Ambalal S. Clinical, Biochemical, and Hormonal Associations in Female Patients with Acne: A Study and Literature Review. J Clin Aesthet Dermatol. 2017;10(10):18-24.